Diese Isolationsprüfung sollte im Laufe der Jahre regelmäßig durchgeführt
werden, um die Alterung der Isolation beurteilen zu können. Im Gegensatz zur klassischen Tangens Delta Messung wird nicht ermittelt, wie viel Strom durch die Isolation abfließt, sondern in welchem Umfang Teilentladungen innerhalb der Isolation stattfinden.
Jede Isolation beinhaltet Stellen, in denen sich Spannung aufbauen und bei entsprechender Höhe entladen kann. Dabei spricht man von der scheinbaren Ladung. Diese Stellen sind z.B. Lufteinschlüsse in der Isolation, scharfe Kanten, die zum Erdpotential gerichtet sind, Anbindungs-
fehler zwischen Isolation und Erdpotential, oder eine mangelhafte Potenzialsteuerung. Jede Teilentladung wird gemessen und dokumentiert, d.h. die Höhe der Ladung und der Zeitpunkt der Entladung innerhalb des Spannungsverlaufs werden ermittelt. Eine Anhäufung an einer bestimmten
Position innerhalb des Spannungsverlaufs und die Form der grafisch dargestellten Messwolke (s. Abbildung oben) geben Auskunft über die Art und Position der Teilentladung in der Hochspannungswicklung, sodass mögliche Fehlerquellen in der Isolation deutlich werden.
Die Teilentladungsmessung ist ab einer Bemessungsspannung von 4000 V sinnvoll. Darunter finden normalerweise keine nennenswerten Entladungen statt.
Diese Art der Messung gewinnt immer mehr Bedeutung für die Beurteilung der Hoch- bzw. Mittelspannungsisolation.