Der Messaufbau und die Messmethodik entsprechen der Isolationswiderstandsmessung. Die Messdauer beträgt allerdings
10 Minuten, wobei die Messpunkte nach einer Minute und nach 10 Minuten ausgegeben werden. Mit diesem Verfahren wird der zusätzliche mögliche Ladungszuwachs des modellhaften Kondensators festgestellt. Setzt man den Isolationswert nach 10 Minuten in das Verhältnis zum Isola-
tionswert nach einer Minute, bekommt man einen Faktor, der Auskunft über die Isolationsgüte, den Verdreckungsgrad von Ständerpaket und Wickelkopf oder einfach über die Alterung der Isolation gibt.
Die Protokollierung dieser Messwerte zur Beobachtung von Trendwerten ermöglicht einen geplanten Stillstand zum Austausch oder zur Reparatur der Maschine.
Hat man nun einen PI-Wert ermittelt, muss dieser noch in geeigneter Weise beurteilt werden. Bei einem PI-Wert von unter 1,5 spricht man von einer sehr feuchten oder stark verschmutzten Isolation, wie sie üblicherweise nach langem Betrieb durch die Umgebungsbedingungen vorkommen kann. Im Bereich von 1,5 bis 2,5 kann die Isolation als feucht oder verschmutzt beurteilt werden. In diesen beiden Fällen ist eine Reinigung oder Trocknung der Maschine zu empfehlen.
Wird ein PI-Wert gemessen, der zwischen 2,5 und 4,0 oder sogar noch darüber liegt, ist keine unmittelbare Revision notwendig. Hierbei handelt es sich augenscheinlich um eine trockene und reine Isolation, bzw.
eine sehr trockene und reine Isolation.