Bremen, Januar 2010 – Die Lloyd Dynamowerke (LDW) und das Bremer Centrum für Mechatronik (BCM) haben gemeinsam mit vier weiteren europäischen Partnern ein EU-Projekt gestartet, das eine neue Technologie für Windkraftgeneratoren zur Marktreife führen soll. Mit Hilfe der neuen Technik lassen sich Maschinen bauen, die bei gleichem Drehmoment nur halb so groß und rund 70 Prozent leichter sind als die Modelle nach dem gegenwärtigen Stand der Technik. Für Windkraftanlagen bedeutet das nicht nur erhebliche Kosteneinsparungen, sondern auch die Perspektive, in mittlerer Zukunft erheblich leistungsstärkere Modelle zu bauen als es bis jetzt möglich ist.
Die so genannte Transversalflusstechnologie, die bei den neuartigen Generatoren erstmals zum Einsatz kommt, ermöglicht Materialeinsparungen bei Kupfer und Dynamoblech, vor allem aber bei der Stahlkonstruktion des Turmes und der Gründung. Diese Vorteile sind bei Offshore-Anlagen besonders bedeutsam, weil das Fundament tief in den Boden eingerammt werden muss.
Darüber hinaus sind diese Einsparungen bei Spezialschiffen, Krankosten und Montagekosten auf See wichtig. Auch die Wartungsarbeiten werden deutlich reduziert, weil beim getriebelosen Direktantrieb das Getriebe als Verschleißkomponente entfällt und kein Getriebeöl gekühlt und überwacht werden muss.
Das Projekt "Wingy-Pro", das von der Europäischen Kommission mit 2,5 Millionen Euro gefördert wird, ist auf vier Jahre angelegt und hat Mitte Dezember mit einem Kick-off-Meeting bei den Lloyd Dynamowerken in Bremen begonnen. LDW und das Bremer Centrum für Mechatronik haben in den vergangenen Jahren bereits einen ersten Prototypen mit 50 kW Leistung entwickelt. Die Funktionalität der Transversalflusstechnologie ist daher schon nachgewiesen.
Im jetzt anstehenden Schritt soll die Leistung um das Zwanzigfache auf 1 MW (Megawatt) hochgeschraubt werden. Eine Herausforderung liegt dabei in der Reduzierung von Vibrationen und der Beherrschung starker Kräfte, die beim großen Antriebsmoment des Direktantriebs auftreten. Die Projektpartner gehen davon aus, dass die weitere Steigerung der Leistung auf drei, sechs oder mehr Megawatt dann nur noch ein kleiner Entwicklungsschritt sein wird.
Neben LDW und BCM sind vier weitere Partner aus drei EU-Ländern an dem Projekt beteiligt, darunter Atlas Magnetics Europe aus den Niederlanden, SC Tritecc SRL aus Rumänien sowie die CENTIV GmbH und Converteam aus Deutschland.
Die EU fördert das Projekt, weil es einen spürbaren Beitrag zum Erreichen der europäischen Klimaschutzziele leisten kann. Bis 2020 soll der Anteil der Windenergie am europäischen Energiemix von gegenwärtig 3,7 Prozent auf 12 bis 14 Prozent steigen.
Weitere Informationen: www.wingypro.com
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